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"Er knödelte doch so gerne..."
Stürmen für Führer und Vereine - Vom Zusammenspiel
zwischen Sport und Nationalsozialismus

Videodokumentation, BRD 2005, Laufzeit ca. 18 Minuten

Der Interviewfilm beleuchtet den sportlichen Werdegang von Hertha BSC in der Weimarer Republik bis hin zu den Deutschen Fußballmeisterschaften 1930 und 1931, die der Berliner Traditionsverein für sich entscheiden konnte. In einem weiteren Schritt wird die Gleichschaltung des Vereins durch die Nationalsozialisten untersucht.

Um daraus resultierende Folgen für Vereine, aber auch für einzelne Sportler aufzuzeigen - was am Beispiel von Hertha BSC aufgrund der Informationslage nur begrenzt möglich war - wurden auch Akteure anderer Vereine und des DFB aus dieser Zeit betrachtet.

Dabei wurde deutlich, dass die "Instrumentalisierungsdiskussion" um den Sport in der Zeit des Nationalsozialismus wohl eher einer Verdrängungsmentalität der Spitzenfunktionäre entspringt. Die aktive Rolle der deutschen Turn- und Sportbewegung war - bis hinunter zur Vereinsebene - im gesellschaftlich-politischen Wandlungsprozess der Jahre 1933/34 stark ausgeprägt. Durch die freiwillige Übernahme des autoritären Führerprinzips sowie die Diskriminierung und den Ausschluss ihrer politischen Gegner (Arbeitersportler) und jüdischen Mitglieder fungierten auch die Turn- und Sportvereine als Träger des nationalsozialistischen Machtstrebens und deren Konsolidierung.

Abschließend spricht die Dokumentation die bisher nur unzureichende Aufarbeitung dieses Kapitels Sportgeschichte in Bezug auf "Fußball im NS" an. Exemplarisch dafür stand bislang auch Hertha BSC. Eine Studie zur Aufarbeitung der Vereinsgeschichte im "Dritten Reich" wurde erst nach unserem Film - Ende 2007 - der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie ist unter dem Titel "Hertha unterm Hakenkreuz - Ein Berliner Fußballclub im Dritten Reich" von Daniel Koerfer im Buchhandel erhältlich.

Die AG (L)Einwand konnte mit der Videodokumentation 2006 den bundesweiten Victor-Klemperer-Jugendwettbewerb gewinnen.

Das Projekt wurde gefördert vom Berliner Aktionsprogramm respectABel 2005.


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