Totengräber wider Willen Das Zwangsarbeiterlager auf dem Friedhof Hermannstraße: Über den Umgang der Kirche mit ihrer Verstrickung ins NS-Gewaltsystem Videofeature, BRD 2006, Laufzeit ca. 24 Minuten
Ein Film von Simone Fröschle, Eva-Maria Weiser, Julia Kudrjawzewa, Karsten Flögel, Una Hellert, Rudolf Freundorfer, Andrea Scheuring und Freund/innen.
In der NS-Zeit haben evangelische Kirchengemeinden in Berlin mehr als 100 Zwangsarbeiter auf ihren Friedhöfen als Totengräber eingesetzt. Für deren Unterbringung wurde auf dem Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde 1942 eigens ein Lager errichtet, welches von 39 evangelischen und drei katholischen Gemeinden betrieben wurde. Nach Kriegsende wurde das Lager in der Hermannstraße 84-90 in Neukölln vergessen bzw. verdrängt.
Erst im Zuge der vor einigen Jahren begonnenen Debatte um die Entschädigung von Zwangsarbeitern bekannte sich die Evangelische Kirche zu ihrer Schuld und begann, diesen Teil der Geschichte ihrer Verstrickung ins NS-System aufzuarbeiten.
Mit der 2006 im Rahmen eines Jugendvideoprojektes entstandenen Dokumentation über dieses Lager wurde der Versuch unternommen, unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und -wegen von Opfern und Tätern nachzuspüren und "die Normalität des Unrechts", in welche auch die Kirche verstrickt war, begreifbar zu machen.
Dieses Projekt des Trägers "Die Wille gGmbH - Evangelisches Zentrum für Kinder-und Jugendhilfe, berufliche Qualifizierung, Kultur und Bildung" wurde gefördert von "CIVITAS - initiativ gegen Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern".
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Foto: Evangelisches Landeskirchliches Archiv Berlin/ Arbeitsgruppe NS-Zwangsarbeit Berliner Evangelischer Kirchengemeinden.
  

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